Etwas über mich


Lichterpuppe mit braunen Glasaugen
Lichterpuppe mit braunen Glasaugen

Gesegnete Weihnachten


St. Annenkirche zu Annaberg
St. Annenkirche zu Annaberg

Wie gelangte ich zu diesen Lichterpuppen? Es sind wunderschöne Erinnerungen an meine Heimatstadt Annaberg-Buchholz, eine alte Bergstadt, gelegen in Mitten des Erzgebirges. Ganz in der Nähe befindet sich die Grenze zu Tschechien. Zentral ragt stolz die bekannte spätgotische Sankt-Annen-Kirche empor und am Fuße befindet sich der Frohnauer Hammer mit seinem alten Hammerwerk (Museum). Hier wurden im 16. Jahrhundert die Schreckenberger (Engelsgroschen / Münzen) geprägt. Im Osten zeigt sich ein Basaltberg, der Pöhlberg. 

Es war Ende der Fünfzigerjahre, als ich an der Hand meiner Mutter zum Kindergarten gebracht wurde, vorbei an den hübsch weihnachtlich geschmückten Häusern. Wir stapften gemeinsam durch den Schnee und an den tief gelegenen Fenstern standen sie, die feinen Puppen mit den Kerzen oder Lichterbögen. Einige im Festtagskleid, andere im weißen Pelz und Häubchen. Dort musste ich immer kurz verweilen und meine Mutter hatte Not, pünktlich mit mir ans Ziel zu kommen. „Puppen! Puppen mit Licht. Ja, das wäre auch was für mich. Und die süßen Gesichter die sie haben“, dachte ich. Aber betteln kam mir nicht in den Sinn. Jedoch wollte ich mehr über diese Schönheiten wissen und so erklärte mir meine Mutter, dass dies Engelchen bzw. Christkinder seien. Aber man würde sie als Bornkinnel (born=geboren, kinnel=Kindel) bezeichnen.

 

Erst viele Jahre später erfuhr ich, dass das Bornkinnel eine ganz andere Figur sei, nämlich eine geschnitzte sakrale Jesuskindfigur mit Weltkugel und Segensgestus. Sie waren verbreitet bis in die Alpenländer. In Sachsen sind sie leider nur noch selten anzutreffen. Aus diesem Grund werden auch jetzt noch die Lichterpuppen fälschlicher Weise, aber konsequent, als Bornkinnel bezeichnet. Unter diesem Namen werden die typischen Christkinder auch in vielen erzgebirgischen Weihnachsliedern besungen.

 

Aber nun zurück zu meinen Lichterpuppen. Es sind inzwischen 50 Jahre vergangen, ich verzog nach Dresden und mein Wunsch nach diesen Fensterpuppen, die Verbundenheit zu meiner Heimat, blieben bestehen. Die inzwischen im Online-Handel angebotenen Figuren entsprachen nicht ganz meinen Vorstellungen.

2005, nach schwerer Krankheit, erfüllte ich mir selbst meinen langjährigen Wunsch, der gleichzeitig als Therapie gelten sollte. Erst hatte ich das Glück, eine alte Lichterpuppe, die auf dem Trödel gezeigt wurde, zu erwerben. Diese diente mir als Vorlage. Zur gleichen Zeit lernte ich über das Internet eine sehr nette Frau aus Würzburg kennen. Frau Zierhut war eine leidenschaftliche Sammlerin dieser typischen erzgebirgischen Crottendorfer Lichterpuppen. Sie hatte zu Hause die größte Auswahl, die besten Modelle und wir fachsimpelten, sammelten Ideen, verglichen und ich versuchte alles in die Realität umzusetzen. Bei Niederlagen motivierte sie mich und nach dem ersten guten Ergebnis war die Freude doppelt so groß. Und da ich etwas handwerkliches Geschick mitbringe, wagte ich mich endlich an das erste Engelchen. Erst da wurde mir klar, welche Mühe, welcher Aufwand, welches massenhafte Material und Werzeug mein neues Hobby mit sich bringen würde. Schnitzen? Wie geht das? Grundkenntnisse lehrte mich ein Schnitzlehrer. Das größte Problem waren die Köpfe. Antik sollten sie sein. So wie vor 50 oder 100 Jahren. Mit Glasaugen und Zähnchen. Etwas anderes kam nicht in Frage. Ich versuchte verschiedene Möglichkeiten und hatte bald darauf Erfolg. Antik-Reproduktionen, gemarkte Köpfe, waren die Lösung. Eine sehr umfangreiche Arbeit, aber wirkungsvoll und hübsch, wie mir meine Käufer bestätigen.


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